Nach Totalausfall folgte „durchgehender Großkongress“: Austria Center Vienna zieht erste Bilanz der Pandemie

15. Juni 2021
Foto: Direktorin Susanne Baumann-Söllner am Vorplatz des Austria Center Vienna
©acv.at

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 war für Österreichs größtes Kongresszentrum massiv von der COVID19-Pandemie geprägt. Wie in der gesamten internationalen Veranstaltungsbranche fiel das Kerngeschäft ab März völlig aus, dies sorgte gegenüber dem Vorjahr für einen Umsatzeinbruch um 61,2 % auf 5,14 Mio. Euro. Ein „Turning Point“ war das internationale Schnelltest-Pilotprojekt im September, welches die Basis für die derzeitige Rolle als Österreichs größtes Test- und Impfzentrum legte. Dessen Betrieb ist vergleichbar mit einem durchgehenden Großkongress, wodurch 2021 in Bezug auf Auslastung und Personalstand vorübergehend komplett neue Dimensionen erreicht werden.

„2020 war für uns ein Jahr der Extreme: Nach hervorragendem Start brach mit Pandemieausbruch im März unser Kerngeschäft komplett ein. Im September konnten wir als erstes Haus in Europa zeigen, dass COVID-Schnelltests ein wirksames Werkzeug in der Bekämpfung der Ausbreitung sein können. Seitdem unterstützen wir die Stadt Wien als größte Test- und Impfstraße Österreichs. Ich bin unglaublich dankbar, dass wir aktiv dazu beitragen können, Schritt für Schritt wieder zur Normalität zurückzukehren“, sagt Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna.

Internationale Kongresse: Kompletter Einbruch des Kerngeschäfts

Das Austria Center Vienna war europaweit als eines der ersten Kongresszentren massiv vom Ausbruch der Pandemie betroffen. Der Radiologenkongress ECR – der mit Abstand größte jährliche Fachkongress mit normalerweise bis zu 25.000 Teilnehmern – musste Anfang März kurzfristig verschoben werden. Gleiches galt für alle anderen Großveranstaltungen, welche bisher eingeplant waren. Dies spiegelt sich auch in den eingebrochenen Umsätzen aus Veranstaltungen wider: Gegenüber dem guten Vorjahr 2019 mit 13,29 Mio. Euro sank der Umsatz um 61,2 Prozent auf 5,14 Mio. Euro. Die Erlöse aus Teststraßen beliefen sich auf 2,72 Mio. Euro. „Der plötzliche Ausbruch der Pandemie war für die gesamte Branche ein Schock. Die darauffolgenden Monate haben wir genutzt, um Veranstaltungen zu verschieben, unsere zahlreichen Bauprojekte voranzutreiben sowie neue Hygiene- und Hybridkonzepte zu entwickeln“, so Baumann-Söllner.

Schnelltest-Pilotprojekt als „Turning Point“

Im September 2020 ergab sich für das Austria Center Vienna die einmalige Gelegenheit, eine erste Charge der damals frisch zugelassenen und sogar teilweise noch umstrittenen COVID-Schnelltests zu erwerben. Gemeinsam mit der Wirtschaftsuniversität führte man das international viel beachtete und mehrfach ausgezeichnete Pilotprojekt durch, bei dem rund 2.000 Studierende direkt vor der Vorlesung einen „Eintrittstest“ durchführten. Baumann-Söllner: „Was mittlerweile international als Standard gilt, wirkte damals wohl für viele wie die Szene aus einem Science-Fiction Film. Als Glücksfall erwies sich, dass wir als Kongresszentrum die langjährige Erfahrung mit Großveranstaltungen in das logistische Konzept eingebracht haben. Die DNA dieses Pilotprojekts nutzen wir – natürlich laufend adaptiert - bis zum heutigen Tag.“

Statistik Umsätze aus Veranstaltungen

Aufgrund der COVID-Pandemie gab es 2020 einen Einbruch bei den Umsätzen aus Veranstaltungen um 61,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  ©acv.at

2021: Impf- und Teststraßenbetrieb vergleichbar mit durchgehendem Großkongress

Nachdem das Austria Center Vienna im Auftrag der Stadt Wien gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund seit November 2020 die Teststraßen durchführt, werden seit März 2021 zusätzlich die Impfstraßen betreut. Bisher wurden am Standort knapp 1 Mio. Schnelltests abgenommen und knapp 700.000 Impfstiche gesetzt. Baumann-Söllner „Mein großer Dank gilt der Stadt Wien, allen Partnerunternehmen und vor allem den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche seit über einem halben Jahr herausragende Leistungen bei der Meisterung dieses Mammutprojekts erbringen! Jeden Tag begrüßen wir zwischen 15.000 und 20.000 Wienerinnen und Wiener bei uns, das ist vergleichbar mit einem riesigen Großkongress, der durchgehend an sieben Tagen die Woche von 7-19 Uhr stattfindet.“ Aufgrund der großen Anforderungen wurde die Stammbelegschaft von rund 90 Personen vorübergehend auf derzeit über 600 Mitarbeiter aufgestockt. Hinzu kommt stärkerer Personalbedarf beauftragter Unternehmen z.B. aus den Bereichen Sicherheit oder Reinigung.

 

Impfstrasse

Derzeit fungiert das Austria Center Vienna als Österreichs größtes Impf- und Testzentrum ©acv.at, Ludwig Schedl

Veranstaltungen seit Mai – internationale Kongresse und Spielefest erst wieder 2022

Dank der jüngsten Lockerungen finden seit Mai bereits kleinere virtuelle und hybride Veranstaltungen im Austria Center Vienna statt, mit dem „Red Bull Campus Clutch“ konnte auch erstmals eine E-Sport-Veranstaltung gewonnen werden. Nach dem virtuellen Kongress der pädiatrischen Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung findet noch im Juni der europäische Neurologenkongress und im Juli die Biophysik-Konferenz als Hybridveranstaltung statt. Ein Highlight unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ist Anfang September die 5th World Conference of Speakers of Parliament. Aufgrund der noch immer unsicheren Situation werden größere internationale Kongresse aber erst ab 2022 wieder stattfinden können. Gleiches gilt für das Wiener Spielefest, welches man schweren Herzens erneut um ein Jahr verschieben muss.

„Draußen ist das neue Drinnen“: Ein Pandemie-Trend, der bleiben wird

Neben der Durchführung der Test- und Impfstraßen wird derzeit quasi „nebenbei“ das größte Modernisierungsprojekt der Unternehmensgeschichte fertiggestellt. Nach der Überdachung des donauSEGELs und dem neuen Panorama Walk werden in Kürze auch die Arbeiten am neuen Zugangsgebäude abgeschlossen sein. „Wir sind begeistert vom Ergebnis und sind jetzt schon dabei, die nächsten Modernisierungsschritte für die kommenden Jahre zu setzen. Darunter fallen z.B. die neu gestaltete Eingangshalle, moderne Loungebereiche, die Sanierung der Parkdecks und ein Begrünungskonzept. Der Pandemie-Trend „Draußen ist das neue Drinnen“ wird sicher auch nach COVID bestehen bleiben. Dementsprechend planen wir schon jetzt die Attraktivierung des Vorplatzes, der Terrassen und das Einbinden des angrenzenden Donauparks für die künftigen Kongressgäste mit ein“, so Baumann-Söllner abschließend.

Über die IAKW-AG

Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen sowie rund 26.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen.

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