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29.02.2016 Radiologenkongress: Hybridbildgebung bringt genauere und schnellere Diagnosen von Tumoren

Prof. Beyer

Enge Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Nuklearmedizin führt durch Hybridbildgebung zu effizienterer, genauerer und schnellerer Diagnostik bei onkologischen, neurologischen und kardiologischen Erkrankungen. Der Zugang zu High-Tech-Kombinationsgeräten ist in Österreich ausreichend gesichert. Vom 2. bis 6. März diskutieren am European Congress of Radiology im Austria Center Vienna mehr als 20.000 TeilnehmerInnen über diese neuesten Erkenntnisse und Einsatzgebiete der Hybridbildgebung.

  • Hybridbildgebung als effizientere, genauere und schnellere Diagnostik

  • Zugang zu PET/CT in Österreich europaweit im oberen Mittelfeld

Die Hybridbildgebung hat nicht nur die Krebstherapie, sondern auch die Behandlung von neurologischen und kardiologischen Erkrankungen ganz entscheidend revolutioniert: Denn sie verbindet die Vorteile von Radiologie – also der Tumorvermessung durch Schnittbilder – und nuklearmedizinisch-molekularer Methoden – etwa durch Biomarker, die dem Körper zugeführt werden und Messungen innerhalb des Körpers ermöglichen. „Diese Kombination gibt entscheidend mehr Aufschlüsse in der Diagnostik, denn nicht alle Erkrankungen auf den oben genannten Gebieten zeigen eine Veränderung der Anatomie, wie sie vor allem durch rein radiologische Verfahren sichtbar gemacht werden können. Durch den Einsatz von Hybridbildgebungsgeräten, die sowohl radiologische als auch nuklearmedizinische Messungen kurz hintereinander oder sogar gleichzeitig durchführen, wird wertvolle Zeit gespart, die Diagnose fällt genauer aus und die Behandlung kann daher noch effizienter erfolgen. Gerade ohnehin geschwächte Krebspatienten werden so nur einmal körperlich belastet und die Wartezeiten bis zur Behandlung wesentlich verkürzt. Zudem ist Genauigkeit der Hybridbildgebung zur Detektion und Beschreibung von Tumoren im Durschnitt um 10-15 % höher als bei herkömmlichen Verfahren. Bei bestimmten Tumoren liegt der Zuwachs an Genauigkeit bei der Diagnose mittels PET/CT noch höher, um mehr als 50 % gegenüber herkömmlichen Diagnosemethoden, und beeinflusst somit die Therapieplanung wesentlich. Dies führt dann zu einer effizienteren und oft auch lebensrettenden Behandlung der PatientInnen, die gleichzeitig auch hilft, potentiell Kosten zu sparen“, erklärt Thomas Beyer, Professor an der MedUni Wien von der Abteilung für Biomedical Physics und Biomedical Engineering im AKH Wien. 

Positronen-Emissions-Tomographen (PET), die durch schwach radioaktiv markierte Substanzen Schnittbilder von lebenden Organismen erzeugen, können mit Computertomographien (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomographen (MR), kombiniert werden. Beide Hybridgeräte sind seit vielen Jahren (2001 PET/CT; 2006 PET/MR) weltweit verfügbar. PET/CT und PET/MR-Geräte kombinieren nun die Leistungen der PET-Methode mit den Vorteilen der CT-Geräten bzw. MR-Bildgebung.

Österreich punktet durch gute Infrastruktur und Forschung

„Österreich ist mit 2 PET/CT-Systemen pro 1 Million Einwohner im mittleren bis oberen Verfügungs-Durchschnitt der EU,“ bestätigt Beyer. Besonders bei der medizinischen Versorgung – innerhalb von maximal 2 Stunden Fahrzeit hat jeder Patient in Österreich Zugang zu einem Hybridbildgebungsgerät – punktet Österreich. Bei der Kostenerstattung dieser wichtigen Untersuchungsmethode ist Österreich jedoch leider gemeinsam mit Deutschland Schlusslicht in Europa.

Auch bei der Herstellung von Biomarkern ist Österreich sehr gut aufgestellt - konkrete Forschungsprojekte der Meduni Wien gibt es hier beispielsweise zur Prostata-Diagnostik und Epilepsie-Forschung.

Gemeinsamer Einsatz für flächendeckende, standardisierte Hybridbildgebung Ein Zeichen für die noch engere Zusammenarbeit der beiden Fachgebiete wurde jüngst durch die Neugründung der European Society for Hybrid Medical Imaging (ESHI) gesetzt. Gerade durch die ECR-Kongresspräsidentin und ESHI-Präsidentin Katrine Riklund, die sowohl in der Radiologie als auch in der Nuklearmedizin zu Hause ist, erhofft sich Beyer, dass der europaweite flächendeckende Einsatz der Hybridbildgebung forciert wird und gemeinsam neue Standards entwickelt, hochqualifizierte Experten ausgebildet werden sowie an der Verbesserung der bestehenden Methoden gearbeitet wird. 

Über den ECR
Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über 63.000 Radiologen vertritt. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit; zusätzlich bietet er eine der größten Industrieausstellung in Europa, bei der auf über 26.000 m² mehr als 300 internationale Firmen die neuesten Produkte der Medizintechnik anbieten.

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Pressetext
Außenaufnahme ECR (c) ESR - European Society of Radiology, Harry Schiffer
Portrait Prof. Thomas Beyer (c) WU Vienna, Austria


Über die IAKW-AG
Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen sowie rund 22.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen. Die IAKW-AG und damit das Austria Center Vienna stehen unter der Leitung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner. 

Kontakt
IAKW-AG – Austria Center Vienna
Mag. Elena Hajek
Pressesprecherin                                           
+43-1-26069-386
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