28.06.2018 Talsperrenkongress tagt in Wien:
Wasserkraft hat Schlüsselrolle beim Erreichen der Klimaziele

Talsperre

Weltweit sind von den 59.100 großen Talsperren, 11.800 für nachhaltige Energiegewinnung aus Wasserkraft im Einsatz. Obwohl Österreich 77 % seiner elektrischen Energie nachhaltig produziert, stammen nur 28,2 % des heimischen Energieverbrauchs aus erneuerbarer Quelle. Beim Talsperrenkongress der International Commission On Large Dams kommen ab 2. Juli rund 2.000 internationale Experten in Wien zusammen.

„Talsperren sind für eine nachhaltige Wasser- und Energiewirtschaft, zum Hochwasserschutz und für die Trinkwasser- und Bewässerungsversorgung sehr wichtig,“ so Univ.-Prof. DI Dr. Gerald Zenz, Präsident des Österreichischen Nationalkomitees für Talsperren und Leiter des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der TU Graz. Insgesamt gibt es in Österreich 175 große Talsperren, europaweit sind es über 6.000, weltweit sogar mehr als 59.000. Beim Weltkongress der großen Talsperren, der vom 2. bis 6. Juli im Austria Center Vienna stattfindet, wird im Hinblick auf die Klimaziele 2020 ein wesentlicher Schwerpunkt auf die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen – wie Wasserkraft – gesetzt. 

77 % saubere elektrische Energieerzeugung in Österreich, alleine 67 % durch Wasserkraft
Das ist besonders wichtig, denn derzeit stammen nur 23,7 % der weltweiten elektrischen Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen. Davon entfallen 16,6 % auf Strom aus Wasserkraft. Sie ist damit die größte nachhaltige Energiequelle weltweit. Österreich ist mit 77 % Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen besonders nachhaltig unterwegs. Alleine 70 % der Energie wird dabei durch Wasserkraft produziert. „Mit dem natürlichen Gefälle der Alpen können wir bei Flusskraftwerken mit 95% einen wirklich sehr hohen Wirkungsgrad erzielen. Auch unsere Pumpkraftwerke sind mit 75 % Wirkungsgrad sehr effizient. – Zum Vergleich: Gaskraftwerke können maximal einen Wirkungsgrad von 40 % erreichen,“ so Zenz. 

Deutschlands Ausstieg aus Atomkraft macht mehr Wasserkraft notwendig
Obwohl Österreich in der nachhaltigen Energieproduktion bereits sehr gut aufgestellt ist, wird nach wie vor sehr viel Energie aus dem Ausland importiert. „Anders lässt sich derzeit der Energiebedarf von 405 Terawattstunden im Jahr leider noch nicht decken. Im Energieverbrauch liegt der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien in Österreich daher derzeit nur auf 28,2 %. Um das österreichische Klimaziel 2020 erreichen zu können, wäre ein Anstieg auf 34 % Energieverbrauch aus nachhaltigen Quellen notwendig,“ betont Zenz. Hinzu kommt, dass mit dem Ausstieg von Deutschland aus der Atomenergie generell am europäischen Energiemarkt der Bedarf an Energie aus erneuerbaren Quellen steigt. Wind- und Sonnenkraftwerke sind eine Möglichkeit. Da sie jedoch von der Wetterlage abhängig sind, braucht es auch den Ausbau von mehr Wasserkraftwerken, um die Schwankungen der Energieproduktion aus Wind- und Sonnenkraft ausgleichen zu können. „In Österreich schöpfen wir mit Wasserkraft derzeit zwei Drittel unseres technisch, ökologischen Potentials aus – langfristig wäre es zur Erreichung der Klimaziele sinnvoll, auch noch das verbliebene Drittel auszubauen,“ erklärt Zenz.  

Österreichische Kraftwerke setzen international Maßstäbe
Denn Wasserkraft ist in Österreich eine sehr erprobte Methode zur Energiegewinnung und bietet von der Planung über den nachhaltigen Bau bis hin zum laufenden Betrieb große Sicherheit. Hier ziehen Planer, Baufirmen, Bauherren, Betreiber, Behörden, unabhängige Experten und Universitäten – wie die Plattform TU Austria – an einem Strang. Die Kraftwerke Kopswerk II und Oververmuntwerk II in Vorarlberg setzen daher international neue, höchst innovative Maßstäbe. „Dadurch dass wir hier gleichzeitig Wasserkraft aus Turbinen gewinnen und durch Pumpen speichern können, erhöht sich der Wirkungsgrad der Energiebereitstellung enorm. Statt 1.500 Betriebsstunden/Jahr sind diese Anlagen 8.000 Betriebsstunden/Jahr im Einsatz. Auch durch diese Innovationen können wir einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten,“ betont Zenz.

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Presseinformation
Univ.-Prof. DI Dr. Gerald Zenz (c) Chris Hofer
Talsperre (c) IAKW-AG, iStock,studio023
Energie aus Wasserkraft (c) IAKW-AG, iStock, doranjclark


Über die IAKW-AG
Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen sowie rund 22.000 m² Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen.  

Kontakt
IAKW-AG – Austria Center Vienna
Mag. (FH) Claudia Reis, MA
Stv. Pressesprecherin
Tel: +43-676 3199-523
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