Wie in der Datenschutzerklärung angeführt, verwendet diese Website Cookies, um Ihnen einen bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden.
Mehr Informationen

05.10.2017 Jedes Jahr wird einer von tausend Österreichern am Herz operiert

Herztransplantation

Es ist eine der dramatischsten Geschichten dieses Jahres: Der heurige Song-Contest Sieger Sobral liegt auf der Intensivstation und braucht dringend ein Spenderherz – der Ausgang ist ungewiss. Um lebensrettende Herzoperationen wie Transplantationen und Herzklappen-OPs dreht sich diese Woche auch alles in Wien: beim europäischen Fachkongress im Austria Center Vienna.

„Bei Herztransplantationen haben wir mit dem Maximum von 4 Stunden, die zwischen dem Abklemmen des Herzens beim Spender und dem Schlagen des Herzens beim Empfänger vergehen dürfen, ein sehr enges Zeitfenster,“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Grimm, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie. „Daher wird noch während das Entnahmeteam unterwegs ist, der Empfänger bei uns für die OP bereits vorbereitet und ihm sein krankes Herz entnommen, damit die Transplantation sofort beim Eintreffen des Spender-Herzens beginnen kann.“ Die Herztransplantation sei damit nicht nur eine fachliche Herausforderung, sondern auch mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden. Alleine in Österreich werden so 70 Herztransplantationen pro Jahr durchgeführt. Durchschnittlich wartet in Europa ein Patient nach der Registrierung bei Eurotransplant 4 Monate auf sein Spenderherz. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bereits 70-80 %. 

Minimal-invasive Herzklappen-OP: Kleiner Schnitt, große Wirkung
Ein weiterer Schwerpunkt beim europäischen EACTS-Kongress, vom 7. bis 11. Oktober, sind neuartige minimal-invasive Herzklappenoperationen. Diese können vor allem bei zunehmendem Alter aufgrund von Verschleißerscheinungen wie Undichtigkeit oder Verengung an der Herzklappe notwendig werden. Patienten werden häufig durch ihren körperlichen Leistungsabfall und Kurzatmigkeit auf die Herzklappenverschleiß-erscheinung aufmerksam. Bei der minimal-invasiven Herzklappen-OP wird die neue Herzklappe durch eine kleine Öffnung im Brustkorb eingesetzt und nicht mehr – wie früher – das gesamte Brustbein des Patienten aufgesägt. Bei diesem Eingriff sieht der Herzchirurg die Operationsstelle nicht mehr mit freiem Auge, sondern das Herz wird durch das Endoskop optimal ausgeleuchtet und dreidimensional auf Monitoren dargestellt. „Durch die neuartige minimal-invasive Herzklappen-OP kann noch präziser operiert werden und auch die Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand: geringere Belastung für den Organismus, niedrigeres Risiko für Komplikationen, weniger Schmerzen, raschere Erholung und schnellere Integration des Patienten in seinen Lebensalltag außerhalb des Spitals,“ betont Grimm. Alleine in Österreich benötigen alljährlich 1.800 bis 2.400 Menschen lebensrettende Herzklappen-Operationen. 

Österreich bietet Herzoperationen für alle 
Insgesamt benötigen pro Jahr ca. 7.000 Patienten in Österreich Herzoperationen – also ist rein statistisch betrachtet jährlich einer von rund tausend Österreichern betroffen. 30 bis 40 % davon machen jeweils Herzklappenoperationen und Bypass-Operationen aus. Hinzu kommen kombinierte Operationen, Korrekturen angeborener Herzfehler sowie Herztransplantationen. „Besonders stolz können wir sein, dass wir es in Österreich schaffen, solche High-End-Operationsbehandlungen als Sozialversicherungs-Leistung und somit jedem Österreicher zur Verfügung stellen zu können. Das ist international absolut nicht selbstverständlich, wahrscheinlich aber auch ein Grund, warum wir in der klinischen Herzchirurgie im internationalen Vergleich top sind“, so Grimm. Damit das so bleibt, liegt ihm die Aus- und Fortbildung junger Kollegen im wahrsten Sinne des Wortes besonders am Herzen. 

Download
Presseinformation
Univ.-Prof. Dr. Michael Grimm (c) Michael Grimm
Herztransplantation (c) IAKW-AG, iStock
minimalinvasive Herzklappen-PO (c) IAKW-AG, iStock



Über die IAKW-AG

Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Meetingräumen sowie rund 22.000 m² Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen. Die IAKW-AG und damit das Austria Center Vienna stehen unter der Leitung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner.  

Kontakt
IAKW-AG – Austria Center Vienna
Mag. (FH) Claudia Reis, MA
Stv. Pressesprecherin
Tel: +43-676 3199-523
Email: claudia.reis@acv.at