15.11.2019 Wiener Spielefest eröffnet: Bis Sonntag dreht sich in Wien alles ums Spielen

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Drei Jahre hat Wien auf das Spielefest im Austria Center Vienna warten müssen, am Freitagvormittag öffnete die Veranstaltung ihre Tore. Ungeachtet digitaler Trends ist die Lust am Brett- und Kartenspiel nicht nur groß, sondern steigend – die Branche konnte im Laufe der letzten fünf Jahre Zuwächse von über 40 % verzeichnen. Neben Familien und Spielbegeisterten trifft sich in Wien auch die Spielebranche, hier werden Neuheiten vorgestellt, Kontakte geknüpft und neue Spielideen ausprobiert.

„Gerade jetzt, wenige Tage bevor wir das 30-jährige Jubiläum der UNO-Kinderrechtekonvention feiern, ist es ein schönes Zeichen, dass die Tradition der Spielefeste fortgesetzt wird. Die Kinderrechte sichern allen Kindern auch einen Anspruch auf Bildung, Erholung und Spiel. Das Spielefest leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, sagt Ines Stilling, Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend bei der Eröffnung des Spielefests 2019. Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna: „Wir haben viele erfolgreiche Elemente des alten Spielefestes übernommen. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, dass wirklich alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen. Das Spielefest war und ist ein echtes Familienevent – daher gibt es auch ein tolles Rahmenprogramm für Klein und Groß.“

Spiele-Hits – made in Vienna 
Der Rückkehr des Spielefests hat auch die Branche mit Spannung entgegengefiebert. Über die letzten Jahre hat sich Wien innerhalb der internationalen Spieleszene als äußerst kreativer Standort einen Namen machen können. Anita Landgraf, Geschäftsführerin der Spieleagentur White Castle, welche Spieleentwickler berät und eine wichtige Schnittstelle zu den Spieleverlagen darstellt: „Wien verfügt mittlerweile über namhafte Spieleautoren wie Wolfgang Warsch, Alexander Pfister oder Arno Steinwender, deren Spiele sich sehr erfolgreich verkaufen und mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.“ Jeder dieser Spiele-Hits – wie z.B. „Quacksalber von Quedlinburg“ (Kennerspiel des Jahres 2018) oder die Neuheit „Smart 10“ (war schon in Schweden und Dänemark Spiel des Jahres) hat seine eigene - mitunter über mehrere Jahre dauernde – Entstehungsgeschichte, bis das Spielkonzept finalisiert und der passende Verlag gefunden ist. Auch für den sehr guten Wiener Ruf in der Spieleszene wünscht sich Landgraf, dass sich das Spielefest wieder als Institution etabliert: „Für viele ausländische Verlage ist das DIE Gelegenheit nach Wien zu kommen.“ 

Die Mär vom Aussterben der analogen Spiele
In guter Tradition wird auch das heurige Spielefest ohne Computer- oder Konsolenspiele auskommen. Die Nachfrage nach Brettspielen ist ungebrochen, was auch aktuelle Zahlen des Branchenverbandes Spieleverlage e.V. deutlich unterstreichen: Innerhalb der letzten fünf Jahre konnte die Branche um über 40% zulegen, besonders Familien-Strategiespiele und klassische Erwachsenenspiele sind beliebter denn je. Die gleichmäßige positive Entwicklung beobachtet auch Dieter Strehl, Geschäftsführer von Piatnik, dem größten österreichischen Spieleverlag: „Trotz aller digitaler Entwicklung bin ich überzeugt, dass auch zukünftig die Menschen den direkten Kontakt und das gemeinsame Spiel an einem Tisch durch nichts ersetzen werden.“ Dies scheint die Branche genauso zu sehen, denn die Anzahl der Spieleneuheiten steigt laufend. „Als ich vor 35 Jahren begonnen habe, gab es pro Jahr rund 170 neue Spiele am Markt – heute sind es allein im deutschsprachigen Raum jährlich über 3.000 Neuheiten“, so Strehl.  

Die Spielergeneration der jungen Erwachsenen 
Angesichts dieses immensen Spieleangebots ist es umso wichtiger, den Überblick zu behalten. Thomas Bareder ist Herausgeber des Fachmagazins „frisch gespielt“ und Juror des österreichischen Spielepreises „Spiel der Spiele“: „Kooperative Spiele und einfache Würfel- und Ankreuzspiele liegen derzeit besonders im Trend. Außerdem haben Spiele heute eine durchschnittlich kürzere Spieldauer als etwa vor 20 Jahren. Bei einem Spieleabend kommen somit mehr Spiele als früher auf den Tisch – da kommt jeder auf seine Kosten.“ Was die Branche besonders freut, ist die spürbar höhere Nachfrage bei   den   ca.   20jährigen, wofür Bareder folgende Erklärung nennt: „In den Nuller-Jahren boomten hochwertige Kinderspiele, was viele junge Erwachsene von heute in ihrer Kindheit entscheidend geprägt hat. Zudem sorgte das generelle Qualitäts- und Angebots-Plus in den Folgejahren dafür, dass die Begeisterung für das Spielen über die Pubertät hinaus erhalten blieb.“

Die wichtigsten Fakten zum Spielefest
Das Wiener Spielefest 2019 öffnet an drei Tagen (15.-17. November) seine Pforten. Hunderte Gesellschaftsspiele können ausprobiert und auch vor Ort erworben werden, dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm für alle Altersgruppen u.a. mit Thomas Brezina, Christian Tramitz, Robert Steiner und Steffen Hofmann. Die Tagesticketpreise liegen bei 7 Euro (Kinder 5-17 Jahre) und 12 Euro (Erwachsene) – erhältlich auf shop.raiffeisenbank.at und in allen Raiffeisenbanken mit öTicketservice sowie an den Tagen der Veranstaltung vor Ort. Es wird angestrebt, die Veranstaltung nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events auszurichten. Empfohlen wird die öffentliche Anreise über die U1-Station Kaisermühlen – VIC.   

Foto-Download. Copyright: IAKW-AG/Michael Hetzmannseder
Personen auf dem ersten Foto v.l.n.r.: Anita Landgraf, Ines Stilling, Dieter Strehl, Susanne-Baumann-Söllner, Thomas Bareder, Hermann Hutter (Vorsitzender Spielverlag E.V.)

Öffnungszeiten: Fr. 10-19 Uhr / Sa. 10-21 Uhr /So. 10-18 Uhr (8-10 Uhr: Wow Radioshow)
Nähere Informationen zum Spielefest-Programm auf: www.spiele-fest.at

Presse-Kontakt und Akkreditierung zum Spielefest:
DI David Scheurich, Pressesprecher, Tel:+43-676-4392579, Mail: david.scheurich@acv.at