Eröffnungsgala des Ambassadors Club 22. November 2016

Diskussion: "Wissenschaft zwischen Boulevard und Forschung"

Unter der Moderation von Nadja Bernhard diskutierten Hanno Settele und Andreas Jäger als Vertreter des ORF sowie der ehemalige Ö3- und News-Chefredakteur Atha Athanasiadis, Direktor von Wien Tourismus Norbert Kettner und Susanne Baumann-Söllner, Direktorin des Austria Center Vienna. 

Wirtshaustauglichkeit als Messlatte für erfolgreiche Wissenschaftskommunikation

Hanno Settele brachte das Erfolgsrezept auf den Punkt: Wer es schafft, die wichtigste Botschaft in fünf Zeilen zu erklären, der wird auch Gehör bei den Medien finden. Diese „Wirtshaustauglichkeit“, also die so prägnante Zusammenfassung der Forschungen und Ergebnisse, dass sie ohne Probleme in einer geselligen Runde erklärt werden können, ist entscheidend. Denn Journalisten haben nicht zuletzt auch durch den zeitlichen und wirtschaftlichen Druck keine Zeit mehr, sich in umfangreiche Dossiers einzuarbeiten. JournalistInnen benötigen einfache, massentaugliche Aussagen und haben insbesondere auch für den Wissenschaftsbereich wenig Sendezeit bzw. in Print- und Onlinemedien wenig Fläche, um Wissenschaftsnews zu kommunizieren. Wer prägnant und komprimiert kommuniziert, hat daher auch gute Chancen, mit seinem Thema durchzukommen. 

„Corporate Pride“ fehlt in Österreich

Es gibt signifikante Unterschiede zwischen österreichischen und amerikanischen Instituten, wenn es um Medien geht. In Amerika verstehen WissenschaftlerInnen die Gesetzmäßigkeiten von Medien besser. Hat man in den USA als JournalistIn eine Frage oder ein Problem, ruft man bei einer Universität an, um mit einem Experten zu sprechen und es werden einem 3-4 Experten zu verschiedenen Terminen angeboten, die bereitwillig vor die Kamera treten, um ihre Universität zu vertreten. Diesen Eindruck habe ich in Österreich nicht.

Daher ist meine große Bitte an die österreichischen WissenschaftlerInnen: Präsentieren Sie nicht nur Ihre Forschung, sondern auch sich selbst und Ihr Institut, Ihre Universität, Ihren Forschungsstandort. Wir als JournalistInnen brauchen nicht nur tolle Forschungsergebnisse sondern auch authentische Menschen dahinter, die sich nicht scheuen der Wissenschaft ein Gesicht zu geben.

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